Dr. Erika Fuchs
* 7.12.1906 † 22.4.2005
"Weißt du, was Radium ist, weißt du, wo das herkommt?" - "Klar, von Radiumstationen."
Wer im September 1951 die erste Nummer des bunten
Monatsheftes namens "Micky Maus" aufschlug, wurde in eine merkwürdige Stadt
versetzt. Hier galten die physikalischen Gesetze nicht, die man in
der Schule durchgepaukt hatte. Mit dem Staunen darüber, daß der Ort, der
später den Namen Entenhausen erhielt, nicht in unserem Universum liegen
kann, begann der wissenschaftliche Donaldismus. Radiumstationen produzieren
Radium? Ob das die richtige Antwort im Radioquiz der Glibberbibb-Pudding AG
wäre? Eine Welt für sich ist Entenhausen wegen der unverwechselbaren
Sprache, die die Entenhausener sprechen.
Dr. Erika Fuchs, vom ersten
Heft an Chefredakteurin der "Micky Maus", hat das Gesamtwerk von Carl Barks
in ihr geliebtes Deutsch übertragen. Reines Hochdeutsch war es nicht immer,
was sie den Ducks und deren Mitbürgern in Schnabel und Mund legte, von denen
einige offenbar aus ihrer bayerischen Heimat an den Gumpenstrand
übergesiedelt waren. Ein unreines, höheres Deutsch ist das Fuchsische, eine
Kunstsprache aus Alltagslauten und poetischen Tönen, klassischen Zitaten und
lakonischen Sentenzen.
Am ersten ordentlichen Kongreß der D.O.N.A.L.D., der 1978
in München tagte, nahm Frau Fuchs als Ehrengast teil. Einem späteren
Kongreß sandte sie ein Grußtelegramm, das naturgemäß gereimt war:
"Söhne der
Unvernunft Eure frohe Zusammenkunft erfüllt mich mit Sehnen. Kommen
kann ich nicht, nur wünschen Euch viel Glück und wenig Tränen!"
Heute
können die Söhne der Unvernunft ihre Tränen nicht zurückhalten. Die
Radiumstationen vermelden, daß Erika Fuchs gestorben ist. Wir trauern um unser
Ehrenmitglied.
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