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Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus

Gangolf Seitz:

Das donaldische Quiz 112

"I can show you that when it starts to rain
everything's the same."

(John Lennon)

Als die Gebrüder Wright sich erstmal mit einem motorgetriebenen Gerät, das schwerer als die Luft war, für eine kurze Strecke in die Lüfte erhoben, alt Fliegerei noch als ein halsbrecherisches Abenteuer, von dem man tunlichst die Finger ließ. Noch im ersten Weltkrieg waren die Kampfflieger, darunter so bekannte Gestalten wie Snoopy und Manfred von Richthofen, eher eine skurril-technische Randerscheinung: der Krieg wurde am Boden entschieden. Niemand häötte zu diesen Zeiten damit gerechnet, dass in technologisch führenden Ländern, wie etwa Entenhausen, die Fliegerei einmal zu den Seöbstverständlichkeiten des Alltags gehören würde.

Mit Düsenmaschinen begibt sich der Reisende von Kontinent zu Kontinent und überquert gefährliche Gebirge und wasserlose Wüsten. Mit Hilfe von Raketen können selbst biedere Bürger Raumstationen wie Freundschaft 2 ansteuern. Doch nicht nur auf der Langstrecke, sondern auch bei Nutzflügen im erdnahen Bereich hat sich der Entenhausener die Luft untertan gemacht. Vermittels Himmelsschreiberei werben nicht nur Suppenproduzenten am Firnament, sondern selbst Leute, die beschlossen haben, Politiker zu werden. Eilpost wird mit Kurierflügen befördert. Hubschrauber transportieren fluguntaugliche Falken mit derselben Zuverlässigkeit wie Teilnehmer an einem Pfadfinder-Geländespiel. Ja selbst das Wetter ist in Entenhausen kein zufälliges Produkt aus Wind, Luftdruck und Temperatur, sondern wird von fliegenden Wettermachern geliefert wie bestellt. Aus einer lebensgefährlichen Bastelei für verrückte Hühner hat sich das Fliegen in knapp eine Generation zur etablierten und viel gefragten Dienstleistung entwickelt. Das Volk hat den Himmel in Besitz genommen.

Einer, der sich souverän dieses Angebots zu bedienen weiß, soll uns heute beschäftigen. Obwohl das traditionelle Erbrecht mit seiner Realienteilung sein wirtschaftliches Vorankommen erschwert hatte, war es ihm doch gelungen, durch Diversifikation seines Betriebes befriedigende Gewinne zu erzielen. Erfolgreich ist er aber auch, weil er in seinem sonst recht konservativ ausgerichteten beruflichen Sektor eine Ausnahme darstellt: konsequent bringt er modernste Technik zum Einsatz, wie etwa durch das Anmieten fliegerischer Dienstleistungen.

Im Gegensatz zu seinem etwas lebensfremden und leider früh verstorbenen Bruder, dessen beide Kinder nun in der rußigen Fabrikvorstadt Entenhausens ein freudloses Dasein fristen, steht unser Mann mit beiden Beinen im Leben und genießt die Früchte seiner durchaus harten Arbeit. Zufrieden sehen wir ihn im Arbeitsanzug mit seiner Gattin am Zaun stehen und die Anlieferung einer luftgebundenen Dienstleistung betrachten.

Wer war's?










































Es war Bauer Brösel . (WDC 156, MM 7/54, TGDD 9, KA 26 u.a.). (Montage: Uwe Kramer).

16 richtige Lösungen beweisen, dass sich die Donaldisten in der Landwirtschaft auskennen. In Zeiten, in denen tanzende Rinder selbst in den Überschriften seriöser Printmedien auftauchen, vermag das nicht zu verwundern. Nicht gewertet werden konnte allerdings eine Karte aus dem Briefzentrum 80 mit dem schlichten Text "viel zu leicht!". Ähnlich äußerten sich auch die Quizteilnehmer J.J. aus mail4you.de und P.M. aus gmx.de. Der Quizmaster plant daher, demnächst wieder Personen raten zu lassen, die selbst an der Aller, links des Rheins und rechts der Isar stundenlanges Nachdenken verursachen werden.

Donald Duck aus epost.de weist darauf hin, dass "dieser Brösel die Kinder von seinem Bruder immer zu sich aufs Land nehmen wollte.... Aber Bridget (die Mutter) war dagegen. Und den Schneemann-Preis hat sie versoffen!" Danke für diese Ergänzung.

HH, der erst beim letzten Quiz durch unflätige Bermerkungen hervortrat, versucht sich erneut in diesem Metier. Aber, mein lieber H, die schlichte Erwähnung von Heuhaufen am Grundstücksrand und Bartmetamorphosen reicht zu einer ordentlichen QUizmasterbeschimpfung nicht aus. Da muss man schon anderes Kaliber auffahren, wie etwa M.O. aus t-online.de:

"Das Vorhandensein eines Realteilungs-Erbrechts kann ich allein aus einem kreuzförmigen Feld nicht ableiten. Wenn ich davon ausgehe, dass die Realteilung in Entenhausen ähnlich wie früher in Süddeutschland praktiziert wurde, käme es zur Bildung sehr langer schmaler 'Handtücher', die bei einer Länge von mehreren hundert oft nur wenige Meter breit sind bzw. waren. Diese Formen sind heute aber kaum mehr anzutreffen, sondern durch Flurneuordnung in den letzten 50 Jahren weitestgehend wieder zusammen gelegt worden. Das Brösel'sche Feld weist nach den Zeichnungen auch noch eine recht umfangreiche Größe auf. Etwas Anderes ergäbe sich nur, wenn die Aufteilung in Entenhausen nach der klassischen Knobelaufgabe (Knoblismus??) durchgeführt würde: ein Bauer hat vier Söhne, jedem will er von dem quadratischen Feld einen Teil mit einer Quelle, einem Baum und einem Haus vererben. Die Lösung führt dann in der Regel zu L-förmigen Grundstücken (aber eben auch nicht kreuzförmig). Noch schlimmer treibt es ja Platthaus in Grates 'Who is who?', der nicht nur von Erbteilungen, sondern gleich von 'mehreren Flurbereinigungen' faselt. Wenn 'Flurbereinigung' in Entenhausen auch nur ungefähr das selbe bedeutet wie in Deutschland (warum sollte es sonst so heißen?), dann sollte sich der wackere Donaldist mal § 37, Abs. 1, 2. Satz, 1. Halbsatz des Flurbereinigungsgesetzes (FundsteIle kann bei mir erfragt werden) zu Gemüte führen. Hier kann ichnur sagen: Schuster, bleibt bei eurem Leisten, redet nicht von Dingen, von denen ihr nichts versteht. Im Übrigen: wenn Du mal eine Gemarkung sehen willst, die nie flurbereinigt worden ist, geh zum Katasteramt Marburg, grüß meine alten Kollegen und lass Dir Karten von der Feldflur in Ockershausen zeigen. Das sieht dann nämlich ganz anders aus, als so ein Mediziner sich das vorstellt.

Letzte Anmerkung zum Bild 5 der Geschichte: auch Frau Fuchs irrt mit der Übersetzung 'Lageplan' für 'map', richtiger wäre Übersichtskarte. Die Karte ist offensichtlich relativ kleinstabmäßig, der Begriff 'Lageplan' ist dagegen in den Bauordnungen der Länder festgelegt und sollte eigentlich nicht kleiner als 1:1000 dargestellt werden. Auch bei Lageplänen wird eine Übersichtskarte verwendet, in der das betroffene Grundstück mit einem kreuzförmigen Stempel markiert wird. Dass es sich um genau so etwas handelt, dafür spricht die Tatsache, dass das Kreuz in Bild 5 offenbar nur das Feld markiert, nicht aber die lagerichtige Darstellung desselben. Auf S. 3 Bild 4 sieht man nämlich, dass das Feld im 'Koordinatengitter' der anderen Felder liegt und nicht, wie auf der Übersichtskarte, im 45°-Winkel dazu. Meine Interpretation: trotz seines biederen Aussehens ist Brösel Großbauer, er hat mehrere viereckige Felder gepachtet oder sogar gekauft, so dass letztlich ein kreuzförmiges 'Gesamt'-Feld entstanden ist. Die dazwischen ursprünglich verlaufenen Wege hat er einfach zugepflügt (das kommt heutzutage in jeder besseren Gemarkung vor). Die Nachbarfelder gehören ihm bereits auch, denn hier lagert ja sein Heu (S.l, Bild 4). Letztlich sind sowieso größere Dinge im Gange, denn wer bereits einen Lageplan hat (mit oder ohne Übersichtskarte), der beabsichtigt zu bauen. Entweder entsteht hier also in Kürze ein Supermarkt oder eine Ferienhaussiedlung oder ein Vergnügungspark (Disneyland?), oder aber Brösel sattelt auf Hühner oder Schweinernast um."

Puh -der Mann kennt sich aus, das muss man neidlos zugeben. Da dies aber mein Quiz ist, wo ich machen kann, was ich will, gibt es dies Mal keinen Sonderpreis für die längste, kritischste oder unflätigste Einsendung. Ähnlich, wie der Schneemann-Preis an die bescheidenen Bröselkinder mit ihrer rußigen Schneekönigin ging, gewinnt auch dieses Quiz ein unscheinbarer Teilnehmer, nämlich Jörg Meyer aus Osnabrück mit einer schlichten Gratis postkarte. Er gewinnt das Buch Himmelsschreiber" von Harald Kimpel. Die Quizleitung gratuliert!