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Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus

Gangolf Seitz:

Das donaldische Quiz 128

Als Folge des sogenannten Fortschritts, der sich vor allem in besseren hygienischen Bedingungen und dem nicht enden wollenden Bemühen der Landärzte dokumentiert, erleben wir, dass die Lebenserwartung des Menschen stetig ansteigt. Wer früher mit 65 Jahren in den Ruhestand ging, hatte vom Leben nicht mehr viel zu erwarten und richtete sich ein, die wenigen verbleibenden Wochen mit dem Hüten der Enkelschar zuzubringen und dann langsam in Demenz zu verdämmern. Heute ist das anders. Wir erleben die Gruppe der Senioren als eine kaufkräftige, reiselustige agile Schicht, die sich noch auf einige Dekaden einrichten kann und dem gemäß ihr Leben bewusst gestaltet.

Ein in diesem Zusammenhang entstandenes Phänomen ist die sogenannte Ruhestandsmigration. War früher das Wechseln des Wohnsitzes, gar ins Ausland, meistens eine Aktivität jüngerer Leute, die von der Aussicht auf bessere berufliche Möglichkeiten beflügelt war, so sind heute auch ältere Leute bereit, zum sogenannten Herbst ihres Lebens noch einmal umzuziehen. ROWLES (1986) unterscheidet bei der Ruhestandsmigration drei Gruppen: jene, die, wie auch unsere Rätselperson, in landschaftlich reizvolle Gegenden ziehen. Dann diejenigen, die in die Nähe von Freunden oder Verwandten ziehen, allerdings oft auch zugleich in reizvolle Gegenden, schließlich die Gruppe, die in die Gegend ihrer Jugend und Kindheit zurückkehrt (return migrations). Dies Phänomen wird auch von den Kommunalverwaltungen zunehmend berücksichtigt, indem besonders geeignete Lebensbereiche für Ruhestandsmigranten ausgewiesen werden. Hat sich doch herausgestellt, dass es sich bei dieser Gruppe meist um betuchtere Herrschaften handelt, die durchaus bereit sind, gegen Ende ihres Lebens ihr Erspartes für ihre Lebensqualität auszugeben. Und so wird verständlich, dass Orte wie BadenBaden (46,2 Jahre) oder Bad Brambach (46,5 Jahre) mittlerweile die durchschnittlich älteste Bevölkerung ihrer jeweiligen Bundesländer haben. Von unserer Rätselperson wissen wir, dass sie nach erfolgreichem Berufsleben in einer landestypischen Dienstleistungsbranche beschloss, den Sprung zu neuen Ufern zu wagen. Als durch die regelmäßige Lektüre der Tageszeitung gut informierte Person suchte sie sich gezielt eine der attraktivsten Ecken der boomenden Metropole eines reizvollen Landes als neuen Lebensmittelpunkt aus. Sie dürfte die erste Person in langer Familiengeschichte gewesen sein, die - aus Gründen, über die wir nur spekulieren können - sich zu einer derartigen Migration entschloss. Um allerdings ihre alte Heimat immer vor Augen zu haben, platzierte sie an bevorzugter Stelle in ihrem Ruheraum ein bemerkenswertes Erinnerungsstück.

Wer war's ?
















































Es war der pensionierte Käsekoster, aus der Schweiz, aus „Nächtliche Ruhestörung“ (WDC 178, TGDD 40).

Zunächst sei herzlicher Dank für Idee und Materialsammlung der Migrationsforscherin Heidrun E. aus N. ausgesprochen, ohne deren solides Wissen ich mich nie an dieses diffizile Thema getraut hätte. Die Frau wohnt in Südeuropa, und so darf nicht wundern, dass sowohl die Quizperson als auch die meisten Einsendungen (mit nur zwei Ausnahmen) Südeuropäer sind. Südeuropäer lassen sich nicht lumpen, und so erhielt der Quizmaster mehrere Einsendungen von veritablem Emmentaler Käse. Vielen Dank an Herrn H. aus M. und Frau DK. aus P. JETZT BITTE KEINEN KÄSE MEHR SCHICKEN! Herr Z. aus S. hat Verständnis für die Emigration des Käsekosters: er sieht den Grund dafür in der Lawinenhäufigkeit in der Schweiz. Herr P. aus H. verweist auf die ungewöhnliche Länge des Alphorns (geschätzte 3,5 m) und nimmt an, dass es sich "um ein sog. Es-Horn handelt, welches sich durch seinen mächtigen runden Klang auszeichnet. Aufgrund seiner Länge kann man es leicht hoch blasen, es ist aber ziemlich unbeweglich und risikoreich und eignet sich so eigentlich nur für eine relativ langsame Spielweise."

Zu gerne hätte ich als Quizgewinn ein Es-Alphorn ausgesetzt und es Herrn P. Geschickt. Aber leider waren gerade keine Hörner verfügbar. So wird sich Christian Pfeiler über einen hoffentlich noch nicht zu hart gewordenen Emmentaler freuen dürfen. Die Quizredaktion gratuliert.