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Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus

Gangolf Seitz:

Das donaldische Quiz 132

Wieder einmal ist es soweit: Deutschland hängt voller schwarz-rot-goldener Fähnchen, vor allem die Autos. Der Fußballgott regiert, und massenhaft zieht das Volk in die Berge, um dort einem Sport zu huldigen, zu dessen Ausübung es einer ebenen Fläche bedarf. Warum nun dieser Sport ausgerechnet in den Bergen betrieben werden muss, wird unklar bleiben, ebenso wie die Frage, warum viele der anreisenden Jubler sich so gern als Sportler bezeichnen, obwohl viele von ihnen schon nach wenigen Treppenstufen ins Keuchen geraten. Wer aber von den Stufen des Stadions aus dem Laufen junger Männer zusieht, der fühlt sich gleich ebenso beschwingt und meint, er könne es mit jedem Wesley Sneijder oder Cristiano Ronaldo aufnehmen. Sowieso versteht der Fan in der Kurve von allem was, wäre nicht nur der bessere Verteidiger, Stürmer oder Torhüter, sondern erst recht der bessere Trainer. Möglicherweise spielen bei dieser optimistischen Selbsteinschätzung des Zuschauers auch die Pflaumen eine Rolle, denen er gerne zuspricht. Sport jedenfalls gewinnt gewaltig durch jene, die ihm gerne zusehen, ohne dabei selbst durch zuviel körperliche Aktivität zu glänzen. Von öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich der Fan an der Ort seiner Träume karren und konzentriert dann seine Tätigkeit auf die lautstarke Abgabe von ungefilterten Meinungsäußerungen.

In Entenhausen geht’s ähnlich zu, wenn auch gewisse äußere Umstände Fragen offen lassen. Während der Austragungsort des Lokalturniers zentral gelegen und für die Zuschauer mühelos erreichbar ist, ist das Stadion für die Landesmeisterschaften offenbar nur auf dem Wasserweg zu erreichen. Horden gröhlender Schlachtenbummler lassen sich aber davon nicht abhalten und füllen alsbald die Ränge, um ihre Favoriten anzufeuern. Auch der Mann, dem heute unser Interesse gelten soll, hat sich, seine Gattin im Schlepptau, zu den Landesmeisterschaften aufgemacht. Lauthals verteilt er auf der Tribüne Gunst und Ungunst, dabei nicht eben heikel in der Wahl seiner Worte. Aber so soll Sport sein: knapp, schnörkellos, verständlich. Unser Hobbysportler macht da keine Ausnahme. Mit weit aufgerissenem Maul brüllt er seine Ansichten ins Rund, überhaupt nicht irritiert von den Sorgen seiner Gattin, die um seine Gesundheit fürchtet.

Bis dann die Situation sich wendet, und der gerade noch aufgeregt-fiebernde Fan sich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt sieht, der noch dazu gehörig schwankt. Verbal bleibt alles beim Alten: weiterhin werden grobe Worte aufgefahren und dem angeblich feigen Sportler die Schuld an allem gegeben. Trotzdem geht letztlich alles gut aus. Gerüchte, denen zufolge die Tochter des krakeelenden Sportsfreundes später eine bekannte Politikerin geworden sein soll, lassen sich beim Studium der Primärliteratur aus Entenhausen nicht bestätigen und müssen daher in das Reich der Fabel verwiesen werden.

Wer war's ?
















































Es war Ernst Albrecht, aus „Große Sprünge“ (WDC 216, TGDD 99).

Fünf richtige und eine halbrichtige Lösung bezeugen, dass das Quiz nicht eben leicht war. Herr Z. aus S. geht in seiner Antwort genauer auf die Tochter des Ernst-Albrecht ein und verweist auf die Ähnlichkeit des Fräuleins von Schwan mit der amtierenden Familienministerin. Herrn J. aus O. sind Verweise auf die Süßwarenindustrie aufgefallen: in Entenhausen der Name Sprüngli, in unserer Welt die frühere Tätigkeit Ernst Albrechts bei der Firma Bahlsen. Herr P. aus L. dagegen erinnert sich offenbar ungern an den Herrn aus Hannover. Schön doch, wenn Quizteilnehmer sich so ihre Gedanken machen. Das unbestechliche Waisenkind ermittelte heute Joachim Janz als Sieger des Quizes. Bücherfreund Janz erhält ein Buch über Quizze: „Hätten Sie’s gewusst?“ (Jonas Verlag Marburg 1991, leicht angestoßen). Die Quizleitung kann sich von dem seltenen Werk nur schwer trennen, gratuliert trotzdem.